Falcons World - Darstellung

Arabien - Träume


Arabien, was für ein Land. Kein Land, es ist eine Region, viele Länder. Wir kennen es von Lawrence.

Die arabische Falknerei ist sprichwörtlich, und einzigartig. Sie ist fester Bestandteil der Tradition und Kultur dieses Raumes. Weitergegeben über Generationen, verankert in nahezu allen Familien, in den Herrscherhäusern ohnehin.

Die Emirate haben auch eine eigens hierfür eingerichtete Klinik, die von einer Deutschen, Frau Dr. Margit Müller, geleitet wird. Die promovierte Veterinärin kommt aus München. Sie ist seit 1993 hier vor Ort. Ihr Urteil entscheidet letztendlich über Erfolg und Misserfolg. Das ist auch in Ordnung so. Aber gleichzeitig wird hier die ganze Härte des verklärten Jagdfalkentraumes Wirklichkeit.




Familienmitglied, nicht Statussymbol




Der Falke war früher Nahrungsbeschaffer für ganze Familien. Niemals war er Staussymbol, wie wir es aus dem Europa des Mittelalters kennen. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass heute alle Bevölkerungsschichten in die Jagd mit dem Falken eingebunden und Falken allgegenwärtig sind. Der Falke ist auch heute noch Familienmitglied und die Sorge um sein Wohlergehen ist diesem Umstand entsprechend. Diese Einstellung täte auch anderen Ländern und den dort lebenden Menschen manchmal gut.

Waren früher vor allem Wander- und Sakerfalken (letztere noch heute insbesondere in Saudi-Arabien) anzutreffen, so haben zwischenzeitlich Hybridfalken Einzug gehalten, vor allem Ger x Wanderfalken. Auch reine Gerfalken sind vermehrt anzutreffen, allerdings ist diese Art ganz besonders krankheitsempfindlich. Daneben werden große und helle Wanderfalken geschätzt, sie gelten in Verhalten und Anspruch allerdings als Stereotyp. Der Hybride jedoch ist unumstritten die Nummer 1, vereint er doch Vermögen und Skill schlechthin, ein Performer eben.




Unsinnige Preisfantasien




Aufgeräumt werden muss allerdings mit den Preisfantasien für Jagdfalken, die gerade in Deutschland von geneigten Kreisen gerne in Umlauf gebracht werden. Ein fertig ausgebildeter und in jedem Fall uneingeschränkt gesunder Top-Jagdfalke mit genau definiertem Aussehen und bestimmten Mindestmaßen erzielt gerade einmal einen höheren vierstelligen Eurobetrag. Natürlich sind Ausnahmen möglich, besondere Falken, die irgendwann irgendwo auftauchen werden auch besser dotiert. Aber wer glaubt hierüber das große Geschäft machen zu können, gerade einmal noch heute, wo allenthalben Zuchten entstanden sind (auch im arabischen Raum selbst, teilweise in gigantischen Ausmaßen), der soll es versuchen. Zumal auch ohne entsprechende Kontakte ein Absatz kaum Aussicht auf Erfolg und auch Bezahlung hat. Vergessen wir getrost die Geschichten der Neider, die Behörden und Politiker aufhetzen. Und zudem ist im Vergleich zu den Spitzenumsätzen bei Kamelen und Rennpferden der Falkenmarkt vollkommen unbedeutend.




Trainieren für die Scheichs




Leo Mandlsperger genießt das Privileg für arabische Scheichs Jagdfalken trainieren zu können. Er ist als so genannter Chief Instructor engagiert und bereitet mit einem Team eine bestimmte Anzahl vorsortierter Falken für die Jagd in Arabien und Asien vor. Es dauerte eine geraume Zeit, um das zu erreichen. Eine wirklich reizvolle Aufgabe, aber Stress pur, die Verantwortung für die zur Ausbildung überlassenen Vögel ist in jeder Sekunde spürbar.




Das Trainingscamp miterleben




Leo Mandlsperger bietet übrigens einzelnen Personen die Möglichkeit, dieses Trainingscamp tageweise miterleben zu dürfen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an ihn persönlich.